TRAFFICO DUE 2013

Am Freitag, 6. September 2013, wurde von 21:00 bis 01:30 Uhr die Einsatzübung TRAFFICO DUE auf der Nationalstrasse A2 im Sonnenbergtunnel in Luzern durchgeführt. Die Einsatzkräfte wurden mit einem anspruchsvollen Übungsszenario konfrontiert:

  • Eine Fahrzeugkarambolage mit diversen Personenwagen, LKW und einem voll besetzten Bus der öffentlichen Verkehrsbetriebe,
  • zahlreichen Verletzten,
  • einem PW-Brand in der Tunnelröhre in Fahrtrichtung Nord und
  • einem Parallelunfall in der anderen Tunnelröhre.

Einsatzübungen dienen vor allem der Überprüfung des Leistungsvermögens und der Einsatzvorbereitung der Rettungskräfte unter realitätsnahen und einsatznahen Bedingungen. Die Führungspersonen werden darin geschult, eine Schadenlage richtig zu beurteilen, zeitgerecht zu entscheiden und ihre Mittel zweckmässig einzusetzen. Dabei sollen auftragsbezogene Problemstellungen für alle Beteiligten echte Herausforderungen darstellen.

Die A2 bei Luzern ist eine der am meist befahrenen Strassen der Schweiz, täglich passieren im Schnitt über 85‘000 Fahrzeuge den Autobahnabschnitt zwischen Emmen und Kriens. Von 2009 bis 2013 wurden die Strassen und Tunnel im Raum Luzern zwischen Reussegg und Grosshof mit dem Ziel erneuert, die Anlagen auf den heutigen Stand der Sicherheit und Technik zu bringen. 

In die Einsatzübung TRAFFICO DUE waren rund 70 Figuranten und 380 Einsatzkräfte involviert, verteilt auf die Organisationen Stützpunktfeuerwehren Stadt Luzern und Emmen, Rettungsdienst 144, Blauer Pool, Notfallärzte, Luzerner Polizei, Zivilschutzorganisation ZSOpilatus, zentras (Betrieb und Unterhalt Nationalstrassen Zentralschweiz), Astra (Bundesamt für Strassen) und Gemeindeführungsstab Stadt Luzern.

Das Szenario wurde so platziert, dass eine komplexe Schadenplatzorganisation mit Auswirkungen auf das städtische Strassennetz gewählt werden musste.

Nebst der eigentlichen Durchführung hat vor allem auch der Prozess der Übungsvorbereitung viele Ressourcen verlangt. Grossübungen sind eine methodische Herausforderung, der Realitätsbezug ist wichtig, kann aber nicht vollumfänglich umgesetzt werden. Im Rahmen der Erarbeitung der Einsatzpläne für den Stadtabschnitt wurde intensiv nach einer optimalen Schadenplatzorganisation gesucht. Gestützt auf die taktischen Vorgaben für Tunneleinsätze wurden verschiedene Szenarien diskutiert und schliesslich verschiedene Plätze für die Schadenplatzorganisation definiert. Die Ergebnisse der Diskussionen und die Auswertung der Übung werden in der Einsatzplanung umgesetzt.

Alle beteiligten Einsatzkräfte haben auf allen Stufen mit hoher Motivation und grossem Engagement ihre Fachkompetenz in der Vorbereitung und Durchführung der Übung eingebracht. Das System Führung Grossereignisse Kanton Luzern, welches seit Jahren konsequent umgesetzt wird, erweist sich als sehr effizient und sicher. Die regelmässige Ausbildung im Verbundsystem hat positive Auswirkungen auf die schnelle und strukturierte Führung und Ereignisbewältigung. Die schweizerische Tunnel-Einsatzlehre der International Fire Academy in Balsthal und Lungern hat sich bewährt, die entsprechenden Lehrgänge erweisen sich für Feuerwehrführungs- und -einsatzkräfte als sehr wertvoll. Die Problemerfassung und Lagebeurteilung müssen aber ereignisbezogen vor Ort gemacht und Massnahmen situativ angepasst werden.

Die Beurteilung der externen Schiedsrichter hat ein positives Resultat ergeben. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen funktionierte gut. Die Komplexität der Übungsanlage hat durchaus auch Schwächen aufgezeigt, die in der Übungsauswertung festgehalten und von den verschiedenen Ereignisdiensten analysiert wurden. Lehren und Verbesserungen fliessen in die Ausbildungskonzepte und den Übungsbetrieb ein. Gesamthaft wurde das Ereignis effizient und zielgerichtet bewältigt. Die Organisation und Struktur des Rettungswesens erfüllt die Anforderungen der Ereignisbewältigung Grossereignis. Das Zusammenwirken von Rettungsdienst, dem Blauen Pool (Sanitätsassistenz Grossereignis Feuerwehren) und den Notfallärzten funktioniert.

Die mutierten und mit allen Ereignisdiensten abgesprochenen Einsatzpläne A2 Reussport/Sonnenbergtunnel sind für die Führungskräfte zweckmässig und nützlich. Die Tunneltechnik bezüglich des Brandschutzes erwies sich als sehr wirksam, die neuen Anlagen im Abschnitt A2, Cityring, funktionieren.

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